Bewerbungen in der Corona-Zeit – geht das überhaupt?

5 Fragen an Denise Moreno Moreno

5 Fragen an Denise Moreno Moreno, Leiterin Personal bei der Niederbarnimer Eisenbahn NEB

 

Frau Moreno Moreno, brauchen Sie in der Corona-Krise überhaupt noch Personal?

Selbstverständlich. Unser Betrieb ist ja in vollem Umfang weitergelaufen und wird das auch in Zukunft tun. Also sind wir wie immer auf der Suche nach motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Das heißt, die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen haben Sie nicht betroffen?

Doch, natürlich. Auch wir müssen und wollen ja die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten. Also mussten wir uns Gedanken machen, wie wir unsere Bewerbungsverfahren der Situation anpassen. Es wurde auf die Einhaltung der Abstandsregeln und eine gute Lüftung des Raumes während der Vorstellungsgespräche geachtet. Außerdem haben wir die Teilnehmeranzahl während der Gespräche auf ein Minimum reduziert und auf das Desinfizieren bzw. das Waschen der Hände vor dem Gespräch geachtet. Vorübergehend ist es da zu einer gewissen Reduzierung der Anzahl von Vorstellungsgesprächen gekommen.

Was bedeutet das aktuell für Personen, die an einem Job bei der NEB interessiert sind?

Das bedeutet, dass wir uns über ihre Bewerbung freuen und sie nur ermutigen können, sich zu bewerben. Mittlerweile beherrschen wir unsere angepassten Prozesse so routiniert, dass wir Bewerbungen wieder im normalen Umfang und der gewohnten Schnelligkeit bearbeiten. Für Bewerberinnen und Bewerber hat sich lediglich geändert, dass sie von dem Moment an, wo sie zum ersten Mal unsere Räumlichkeiten betreten, Teil unseres Sicherheitskonzeptes sind. Ansonsten laufen alle Bewerbungsgespräche so ab wie vor Corona.

Wem empfehlen Sie denn, sich zu bewerben?

Grundsätzlich allen, die daran interessiert sind in vielfältigen, sicheren Jobs zu arbeiten. Bei uns gibt es eine große Bandbreite, die von der anspruchsvollen technischen Handhabung eines Triebfahrzeugs bis zur freundlichen, aufgeschlossenen Kommunikation als Zugbegleiterin oder Zugbegleiter reicht.

Was sind denn die Voraussetzungen?

Wer sich für die Weiterbildung zum Triebfahrzeugführer oder zur Triebfahrzeugführerin bewirbt, braucht mindestens einen Hauptschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Sehr wichtig: Deutschkenntnisse. Wir brauchen mindestens Level B1. Aber da stehen ja sonst auch die entsprechenden Kurse zur Verfügung. Und nach der Weiterbildung benötigen die Triebfahrzeugführer bei uns dringend einen gültigen PKW-Führerschein.

Besonders gut geeignet für den beruflichen Quereinstieg ist im Übrigen die Kundenbetreuung. Eine Ausbildung ist nicht nötig, eine Schulung reicht. Was dann alle Jobs eint: durch den Tarifvertrag abgesicherte gute Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung, Planungssicherheit und Krisenfestigkeit.